Heizen mit Holz spart CO2


 Im Hinblick auf eine mögliche CO2-Bepreisung in Deutschland machen sich viele Hausbesitzer und Mieter Gedanken über ihre Heizkosten. Über 18 Millionen Anlagen in Deutschland nutzen nach wie vor fossile Energien. Regenerative Brennstoffe können dazu beitragen, die CO2-Emissionen
eines Haushalts zu verringern.

Brennstoff aus der Umgebung
In den einzelnen Bundesländern ist Brennholz oft direkt bei lokalen An-
bietern erhältlich und damit ohne weite Transportwege verfügbar. Es
handelt sich in der Regel um Restholz, das nicht für die Holzverarbei-
tung geeignet ist. Informationen zu Verkaufsstellen, den unterschied-
lichen Mengenangaben Festmeter, Raummeter und Schüttraummeter
oder zur Ausstellung von Holzlesescheinen sind bei den Regionalfor-
stämtern erhältlich. Diese bieten teilweise auch Motorsägenkurse für
Personen an, die ihr Holz selber schlagen wollen.

Bloß nicht: Vom Wald direkt in den Ofen
Wer sich für diese Variante entscheidet, sollte Trocknungs- und damit
Wartezeiten einplanen. Frisch geschlagenes Holz aus dem Wald kann
abhängig von der Jahreszeit und Sorte bis zu 60 Prozent Wasser ent-
halten. Mit einem hohen Wassergehalt verringert sich jedoch der Heiz-
wert und damit die Wärmeleistung des Brennstoffs. Nur getrocknetes
Holz verbrennt emissionsarm und liefert umweltfreundlich Wärme.
Grundsätzlich sollte Brennholz vor Witterung geschützt und gut be-
lüftet eingelagert werden. Die empfohlene Trocknungszeit richtet sich
auch nach der Sorte: Fichtenholz benötigt ca. ein Jahr, Buchenholz im Schnitt zwei Jahre, bis es ofenfertig ist. Die Scheite sollten einen
Feuchtegehalt von unter 25 Prozent haben. Umwelttipp: Von oben anheizen
Neben der Qualität des Brennstoffs spielt das „Gewusst wie“ eine
große Rolle. Selbst langjährige Ofenbesitzer erfahren im Gespräch
mit dem Schornsteinfeger neue Informationen zum Thema umwelt-
freundliches Heizen. Es fängt beim Anzünden an: Zur Vermeidung
von Emissionen empfiehlt sich das Anheizen „von oben“. Bei der ge-
nannten Methode wird umweltfreundlicher Anzünder mit Anzündhöl-
zern oben auf den Holzscheiten platziert und angezündet. Das Feu-
er brennt von oben nach unten ab. Vorteil dieser Methode ist, dass
weniger unverbrannte Gase (Schadstoffe) den Feuerraum verlas-
sen. Je weniger Gase und Partikel emittiert werden, desto besser.
Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks bietet auf sei-
ner Internetseite www.schornsteinfeger.de ein kurzes Video mit einer
Schritt-für-Schritt-Anleitung für das umweltfreundliche Anheizen von
oben an.

Beim Ofen auf Emissionswerte und Wirkungsgrad achten
Vor dem Kauf eines Ofens sollten sich Verbraucher grundsätzlich
über die geltenden Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid sowie
über den Mindestwirkungsgrad informieren. Aktuell muss eine neue
Holzfeuerstätte Emissionsgrenzwerte der Stufe 2 nach 1. BImSchV
(Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutz-
gesetztes) einhalten. Der Wirkungsgrad beschreibt die Effizienz einer
Feuerstätte in Prozent und ist Bestandteil der gesetzlichen Mindestan-
forderungen. So muss z. B. ein neuer Pelletofen einen Wirkungsgrad
von 90 Prozent erreichen.

Automatik vermeidet Bedienungsfehler
Wie in anderen Branchen geht der Trend auch bei Einzelraumfeuerstät-
ten hin zu mehr Bedienungskomfort und digitaler Technik. Einige Pel-
letöfen lassen sich sogar per Handy-App anzünden und steuern. Auch
Scheitholzöfen können mit Display oder Touchscreen und entsprechender Regelungstechnik ausgestattet sein. Nach dem händischen
Anzünden übernimmt eine automatische Steuerung die Regulierung
der Verbrennungsluft und informiert auf Wunsch optisch oder akustisch,
wann Brennstoff nachgelegt werden soll.

 

Quelle: Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks